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Lärmbelästigung in beide Richtungen




Mit der Privatsphäre bei Pastoraten ist es ja ohnehin schon nicht weit her. Wenn aber auch noch Hellhörigkeit dazu kommt, ist das total kacke!

Unser freier Tag ist ja der Montag. Und da fangen die Schwierigkeiten schon an: Niemand sonst hat am Montag frei! Das bedeutet, dass unsere Reinigungskraft ganz fleißig den Flur des Pfarramtes saubermacht und mit dem Dröhnen ihres Staubsaugers fast das ganze Haus zum Einsturz bringt. Auch die im selben Haus gelegene Friedhofsverwaltung ist montags fast immer schon um 8.00 Uhr besetzt. Wenn in der Friedhofsverwaltung geniest wird, dann wackeln hier die Wände. Nase putzen liegt zwar nur bei 3.0 auf der Richterskala und lässt die Wände nicht so sehr wackeln, erzeugt dafür aber umso mehr Lärm. In einem hellhörigen Pastorat zu wohnen, bedeutet also: Schlafen nur unter äußerst erschwerten Bedingungen! Und ausschlafen ist nur nach vorheriger Einnahme von Medikamenten möglich, nach deren Einnahme man keine Fahrzeuge mehr führen darf. Vermute ich zumindest, denn ausprobiert haben wir das noch nicht.

(Von der Un-Möglichkeit, romantische Gefühle in einem hellhörigen Pastorat auszuleben, will ich gar nicht erst anfangen. Das ist eine andere Geschichte, und die soll ein anderes Mal erzählt werden.)

Was mir bis vorhin nicht so klar war, ist die Tatsache, dass Hellhörigkeit ja in beide Richtungen funktioniert. Das heißt, dass die Lärmbelästigung nicht nur in die Dienstwohnung reingeht sondern dort auch rauskommt. (Allerdings nicht am Montagmorgen, denn da versuchen wir ja so zu tun, als wären wir gar nicht da, um vielleicht doch ein bisschen ausschlafen zu können.)

Vorhin gab es ein sehr "gesundes" Abendessen, bestehend aus einem Burger, Pommes und einer  groooooooßen Portion Malzbier zum Runterspülen. Das Malzbier erzeugt bei mir immer ungeheuer viel Luft im Bauch und ich hatte keine andere Wahl, als diese mit einem herzhaften Rülpser wieder rauszubefördern. Ich will ja nicht den ganzen Abend mit Bauchweh verbringen. Außerdem finde ich ich es äußerst befreiend, wenn ich überschüssige Luft auf diese Weise wieder loswerden kann. Ich befreite mich also mit einem lautstarken Geräusch von der überschüssigen Luft, bevor ich mich mit dem Pelzgesicht auf Hunderunde begeben wollte. Sagte noch: "Hoffentlich hat das jetzt keiner gehört", machte die Wohnungstür auf und stand zwei Personen gegenüber, die gerade dabei waren, mit dem im Pastoratsflur befindlichen Kopierer Ausdrucke anzufertigen. Ich versuche immer noch mir einzureden, sie hätten gedacht, das lautstarke Geräusch sei eine Fehlfunktion des Kopierers gewesen. 🙈

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