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Es werden Posts vom Juli, 2017 angezeigt.

Lärmbelästigung in beide Richtungen

Mit der Privatsphäre bei Pastoraten ist es ja ohnehin schon nicht weit her. Wenn aber auch noch Hellhörigkeit dazu kommt, ist das total kacke!
Unser freier Tag ist ja der Montag. Und da fangen die Schwierigkeiten schon an: Niemand sonst hat am Montag frei! Das bedeutet, dass unsere Reinigungskraft ganz fleißig den Flur des Pfarramtes saubermacht und mit dem Dröhnen ihres Staubsaugers fast das ganze Haus zum Einsturz bringt. Auch die im selben Haus gelegene Friedhofsverwaltung ist montags fast immer schon um 8.00 Uhr besetzt. Wenn in der Friedhofsverwaltung geniest wird, dann wackeln hier die Wände. Nase putzen liegt zwar nur bei 3.0 auf der Richterskala und lässt die Wände nicht so sehr wackeln, erzeugt dafür aber umso mehr Lärm. In einem hellhörigen Pastorat zu wohnen, bedeutet also: Schlafen nur unter äußerst erschwerten Bedingungen! Und ausschlafen ist nur nach vorheriger Einnahme von Medikamenten möglich, nach deren Einnahme man keine Fahrzeuge mehr führen darf. Vermute ich zuminde…

Kirche muss dahin gehen, wo die Menschen sind!

Nicht zu fassen! Ich, die Vorbeterin des Mantras "Kirche muss dahin gehen, wo die Menschen sind und darf nicht darauf warten, dass diese durch ihre Kirchentüren kommen!" sitzt in ihrer Kirche und wartet, dass die Leute genau das tun: durch die Kirchentür stratzen. Und wisst ihr was? Sie tun es wirklich! Sie kommen in die Kirche und sie kommen in Strömen! Immer so zwischen 13.30 Uhr und 15.30 Uhr. Und sie finden auch noch gut, was sie da in unserer Kirche zu sehen bekommen: Kaffee, Tee, selbstgebackene Kekse (okay, manchmal sind es auch nur selbstgekaufte Kinderriegel). Ach ja: ansprechbare Menschen finden sie auch in unserer Kirche. Zur Zeit immer mittwochs und samstags. Naja, und sonntags ja auch irgendwie.
Eigentlich kommen sie nur rein, weil sie auf ihrer Helgolandrunde auch mal kurz die Kirche von innen sehen wollen, bevor die Duty Free Geschäfte gestürmt werden. Von den Keksen (oder Kinderriegeln) wissen die wenigsten etwas.
Eine ziemlich große Zahl ist dann ein wenig ver…

Liebes Brautpaar ...

Liebes Brautpaar, warum sagt ihr mir eigentlich nicht, dass ihr euch nächsten Sonntag gar nicht trauen lassen wollt? Ich als Pastorin sollte doch die Erste sein, die von der Terminverschiebung erfährt. Finde ich. 
Liebes andere Brautpaar, die ihr auch gleichzeitig Taufeltern seid,  warum sagt ihr mir eigentlich nicht, ob eure Trauung am kommenden Freitag auch tatsächlich stattfinden soll, und die Taufe eurer Kinder am kommenden Sonntag? Ich als Pastorin sollte doch die erste sein, mit der alles abgesprochen wird. Finde ich. Und euch kann ich nichtmal erreichen, weil ich keine Telefonnummer habe und die E-Mails, die ich an euch schicke, immer wieder zurückkommen mit der Bemerkung euer E-Mail Postfach sei voll.
Mich ärgern diese möglicherweise oder auch nicht anstehenden Amtshandlungen tierisch! Weil ich viele Termine habe in der kommenden Woche und gut planen muss! Was ich gerade nicht kann, weil über drei von vier Amtshandlungen ein großes Fragezeichen hängt. Dass die eine Trauung nicht s…

Sommerliches Pastorendasein

Tage wie der gestrige reiben mir immer wieder volle Kanne rein, wie geil es doch ist, hier auf Helgoland Pastorin zu sein! Nicht nur, dass ich die Gelegenheit habe, nach Feierabend segeln zu gehen. (Naja, eigentlich war es während der Arbeitszeit, denn ich bin ja immer im Dienst. 😉) Sondern auch, weil ich das mit dem christlichen Verhalten und der Nächstenliebe hier offensichtlich ganz gut vermitteln kann.

Vertreter aus drei Konfi-Generationen haben das nämlich gestern bewiesen: Ein "Ex-Konfi", ein "real existierender Konfi" und ein "Konfi to be" haben sich mächtig ins Zeug gelegt um den Nordosthafen für ihre Pastorin badefähig zu machen. Vom Steg und von unserem Segelboot aus haben sie mit Arschbomben die Feuerquallen vertrieben, die mich fast davon abgehalten hätten, ein erfrischendes Bad in der Nordsee zu nehmen. Ich finde die Feuerquallen eigentlich sehr schön anzusehen und habe auch keine Angst, dass die Viecher mich bei Kontakt gleich umbringen. Wen…

G20

Ich hier auf meiner kleinen Insel mitten in der Nordsee: völlig ab vom Schuss, am Arsch der Welt sozusagen. Eigentlich sind die Ereignisse in Hamburg gerade ziemlich weit weg. Ich warte hier auf die Ankunft des Nordkirchenschiffs und meines Teams von "Kirche am Urlaubsort". Aber ich warte hier ganz bestimmt nicht auf die Ankunft von Demonstranten, Hundertschaften der Polizei und Politikern aus aller Welt.
Trotzdem beschäftigt mich das, was da gerade in Hamburg abgeht, sehr. Vielleicht weil ich eine sehr tiefgehende Abneigung gegen Gewalt habe. (Für eine Christin und Pastorin schonmal nicht schlecht, würde ich sagen.) Kann ja nichtmal guten Gewissens Mausefallen aufstellen!
Das Problem an der ganzen Sache mit den Krawallen da drüben ist, dass es mich sprachlos macht und den Eindruck von Hilflosigkeit weckt. Was kann ich kleine Pastorin mitten in der Nordsee schon gegen sowas tun??? 
Und da fallen mir aber auch schon die Antworten ein: 
- Ich kann diesen Blogeintrag schreiben und …