Direkt zum Hauptbereich

Posts

Jesus und die Baumaßnahmen

Also, diese letzte Woche hatte es echt in sich! Besonders der Teil des Pastorendaseins, der sich zwangsweise mit Bauangelegenheiten befassen muss, hat mich den letzten Nerv gekostet. Ich hatte am Mittwoch schon eine E-Mail von unserem Bauamtsleiter im Kirchenkreis bekommen, der nach einer Flut von E-Mails meinerseits nochmal alles zusammengefasst hatte, was hier ansteht. Diese Zusammenfassung ist eine seeeeeehr lange Zusammenfassung: - Das Gemeindehaus muss saniert werden. - Die Fassade des Pastorates muss davon abgehalten werden, bei starkem Wind spazieren zu fliegen.  - Für das Dach des Pastorates gilt daselbe.  - Die Kirchentür muss repariert werden.  - Nach der Sanierung der Kirche muss eine professionelle Reinigung in Angriff genommen werden.  - Die Seidenfahne, die sonst die Wand unserer Kirche ziert, muss restauriert werden. - Eine Vitrine muss angeschafft werden damit besagte Fahne ihr Dasein darin fristen kann. Sie soll ja nicht wieder zu Schaden kommen. 
Ein, zwei andere Dinge stand…
Letzte Posts

Neues aus der Helgoländer Gerüchteküche

Also ohne die Helgoländer Gerüchteküche wäre das Leben auf der Insel schon ziemlich fade! Ich habe lange nicht mehr so herzhaft gelacht wie nach dem Telefongespräch mit einer Schäfchen hütenden Person heute morgen. Die rief nämlich an, weil sie Interesse hatte, meine Nachfolge auf der inseleigenen Pfarrstelle anzutreten. Nicht dass ich meinen Nachfolger oder meine Nachfolgerin einfach selber bestimmen könnte. Da gibt's ja noch ein Kirchenrecht, das entweder Besetzung über den Bischof oder Stellenausschreibung vorschreibt. Aber das kirchliche Stellenbesetzungsprozedere interessiert sowieso nicht, WEIL ICH HIER JA GAR NICHT WEG WILL!
Auch wenn besagtem Amtsgeschwister neulich, bei einem Besuch unserer Insel, mitgeteilt wurde, ich würde demnächst die Insel und die dazugehörige Kirchengemeinde verlassen. Obwohl: Mein Urlaub steht an und es wäre nicht das erste Mal, dass die Leute hier glauben, ich würde nach einer dreiwöchigen Reise nicht wiederkommen. Als ich vor ein paar Jahren unser…

Du arbeitest doch nur sonntags

Der Tweet einer Kollegin hat mich sehr nachdenklich gemacht. Sie schrieb, dass sie ein schlechtes Gewissen hatte, weil sie nach einem 10stündigen Arbeitstag schon Feierabend machte. Erst letzte Woche habe ich einen Zeitungsartikel über eine Pfarrerin mit Burnout gelesen. In den letzten Jahren häuften sich in meinem engeren wie weiteren pastoralen Umfeld die Fälle von Burnout. Ich finde, es wird Zeit, sich nicht nur Gedanken über dieses Problem zu machen, sondern auch darüber zu reden! Und vor allem etwas gegen dieses ungesunde Arbeitspensum zu tun! Denn es ist ja inzwischen medizinisch erwiesen, dass mehr als 50 Arbeitsstunden pro Woche krank machen.
Eigentlich wollte ich über dieses Thema gar nicht losschreiben, weil ich doch schon weiß, was wieder an Reaktionen kommt:  - Ach komm, stell dich nicht so an! - Manchmal muss man eben auch mal etwas mehr machen. - Ich arbeite auch so viel und beschwere mich nicht. - Du wirst schließlich dafür bezahlt! - Du arbeitest doch sowieso nur sonntags
Da …

Lärmbelästigung in beide Richtungen

Mit der Privatsphäre bei Pastoraten ist es ja ohnehin schon nicht weit her. Wenn aber auch noch Hellhörigkeit dazu kommt, ist das total kacke!
Unser freier Tag ist ja der Montag. Und da fangen die Schwierigkeiten schon an: Niemand sonst hat am Montag frei! Das bedeutet, dass unsere Reinigungskraft ganz fleißig den Flur des Pfarramtes saubermacht und mit dem Dröhnen ihres Staubsaugers fast das ganze Haus zum Einsturz bringt. Auch die im selben Haus gelegene Friedhofsverwaltung ist montags fast immer schon um 8.00 Uhr besetzt. Wenn in der Friedhofsverwaltung geniest wird, dann wackeln hier die Wände. Nase putzen liegt zwar nur bei 3.0 auf der Richterskala und lässt die Wände nicht so sehr wackeln, erzeugt dafür aber umso mehr Lärm. In einem hellhörigen Pastorat zu wohnen, bedeutet also: Schlafen nur unter äußerst erschwerten Bedingungen! Und ausschlafen ist nur nach vorheriger Einnahme von Medikamenten möglich, nach deren Einnahme man keine Fahrzeuge mehr führen darf. Vermute ich zuminde…

Kirche muss dahin gehen, wo die Menschen sind!

Nicht zu fassen! Ich, die Vorbeterin des Mantras "Kirche muss dahin gehen, wo die Menschen sind und darf nicht darauf warten, dass diese durch ihre Kirchentüren kommen!" sitzt in ihrer Kirche und wartet, dass die Leute genau das tun: durch die Kirchentür stratzen. Und wisst ihr was? Sie tun es wirklich! Sie kommen in die Kirche und sie kommen in Strömen! Immer so zwischen 13.30 Uhr und 15.30 Uhr. Und sie finden auch noch gut, was sie da in unserer Kirche zu sehen bekommen: Kaffee, Tee, selbstgebackene Kekse (okay, manchmal sind es auch nur selbstgekaufte Kinderriegel). Ach ja: ansprechbare Menschen finden sie auch in unserer Kirche. Zur Zeit immer mittwochs und samstags. Naja, und sonntags ja auch irgendwie.
Eigentlich kommen sie nur rein, weil sie auf ihrer Helgolandrunde auch mal kurz die Kirche von innen sehen wollen, bevor die Duty Free Geschäfte gestürmt werden. Von den Keksen (oder Kinderriegeln) wissen die wenigsten etwas.
Eine ziemlich große Zahl ist dann ein wenig ver…

Liebes Brautpaar ...

Liebes Brautpaar, warum sagt ihr mir eigentlich nicht, dass ihr euch nächsten Sonntag gar nicht trauen lassen wollt? Ich als Pastorin sollte doch die Erste sein, die von der Terminverschiebung erfährt. Finde ich. 
Liebes andere Brautpaar, die ihr auch gleichzeitig Taufeltern seid,  warum sagt ihr mir eigentlich nicht, ob eure Trauung am kommenden Freitag auch tatsächlich stattfinden soll, und die Taufe eurer Kinder am kommenden Sonntag? Ich als Pastorin sollte doch die erste sein, mit der alles abgesprochen wird. Finde ich. Und euch kann ich nichtmal erreichen, weil ich keine Telefonnummer habe und die E-Mails, die ich an euch schicke, immer wieder zurückkommen mit der Bemerkung euer E-Mail Postfach sei voll.
Mich ärgern diese möglicherweise oder auch nicht anstehenden Amtshandlungen tierisch! Weil ich viele Termine habe in der kommenden Woche und gut planen muss! Was ich gerade nicht kann, weil über drei von vier Amtshandlungen ein großes Fragezeichen hängt. Dass die eine Trauung nicht s…

Sommerliches Pastorendasein

Tage wie der gestrige reiben mir immer wieder volle Kanne rein, wie geil es doch ist, hier auf Helgoland Pastorin zu sein! Nicht nur, dass ich die Gelegenheit habe, nach Feierabend segeln zu gehen. (Naja, eigentlich war es während der Arbeitszeit, denn ich bin ja immer im Dienst. 😉) Sondern auch, weil ich das mit dem christlichen Verhalten und der Nächstenliebe hier offensichtlich ganz gut vermitteln kann.

Vertreter aus drei Konfi-Generationen haben das nämlich gestern bewiesen: Ein "Ex-Konfi", ein "real existierender Konfi" und ein "Konfi to be" haben sich mächtig ins Zeug gelegt um den Nordosthafen für ihre Pastorin badefähig zu machen. Vom Steg und von unserem Segelboot aus haben sie mit Arschbomben die Feuerquallen vertrieben, die mich fast davon abgehalten hätten, ein erfrischendes Bad in der Nordsee zu nehmen. Ich finde die Feuerquallen eigentlich sehr schön anzusehen und habe auch keine Angst, dass die Viecher mich bei Kontakt gleich umbringen. Wen…